Die britische Regierung plant, die Zollfreigrenze für Kleinsendungen abzuschaffen. Bislang können Waren mit einem Wert von bis zu 135 GBP zollfrei nach Großbritannien eingeführt werden. Diese Regelung soll spätestens ab Oktober 2028 entfallen. Damit reagiert die Regierung auf Entwicklungen im internationalen Onlinehandel und kündigt zusätzliche Anforderungen für Unternehmen an.
Warum die Freigrenze abgeschafft werden soll
Hintergrund der geplanten Änderung ist der starke Anstieg des E-Commerce. Nach Einschätzung der britischen Regierung führt die bisherige Zollbefreiung für Sendungen mit geringem Warenwert zu Wettbewerbsnachteilen für britische Unternehmen.
Darüber hinaus spielen Verbraucherschutz und Produktsicherheit eine wichtige Rolle. Nach Angaben der Regierung besteht das Risiko, dass über zollfreie Kleinsendungen Produkte eingeführt werden, die britischen Gesundheits- und Umweltstandards nicht entsprechen. Die Abschaffung der Freigrenze wurde bereits 2025 vorgeschlagen und nun weiter konkretisiert.
Auswirkungen auf Unternehmen
Von der Neuregelung betroffen sind in erster Linie britische Unternehmen, die Kleinsendungen importieren. Gleichzeitig ergeben sich auch Folgen für Verkäufer und E-Commerce-Anbieter außerhalb Großbritanniens sowie für Online-Marktplätze.
Für deutsche Exporteure bedeutet die geplante Änderung, dass sie sich auf zusätzliche Zollanforderungen einstellen müssen. Mit der Umsetzung werden voraussichtlich neue Vorgaben zu Datenübermittlung und Compliance verbunden sein. Unternehmen sollten die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen und sich frühzeitig auf die konkreten Anforderungen vorbereiten, sobald diese von den britischen Behörden veröffentlicht werden.
Parallelen zur Europäischen Union
Die britischen Pläne orientieren sich an einer Entwicklung, die auch in der EU bereits begonnen hat. Dort gilt derzeit ein Zollsatz von drei Euro auf E-Commerce-Sendungen mit einem Gesamtwert von weniger als 150 Euro.
Quelle: GTAI

