Die Negativschlagzeilen rund um die jüngst in Erscheinung getretenen Probleme bei der Umsetzung der Berichtspflicht für EU-Einfuhren CO²-intensiver Güter aus Drittländern reißen auch weiterhin nicht ab. Eine Umfrage betroffener Importeure der IHK Region Stuttgart konnte nun erstmals konkrete Hinweise über das Ausmaß der Unzufriedenheit mit dem neuen Verfahren liefern. Der Zugang zum CBAM-Portal für Unternehmer erfolgt in Deutschland behelfsmäßig über das Zoll-Portal, da die für das CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism) zuständige Behörde (Deutsche Emissionshandelsstelle DEHSt) bislang noch keinen direkten Zugang zur Verfügung stellen konnte.

 

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der IHK-Befragung betroffener Importeure:

  • Nur knapp über ein Drittel der Befragten hatten bereits vorab ein Unternehmenskonto im Zoll-Portal. 63% mussten sich für den Zugang erst neu registrieren.
  • 44% der neu angemeldeten Umfrageteilnehmer empfanden das Registrierungsverfahren als schlecht.
  • 71% der Importeure sehen den Aufwand für die Berichtspflicht als unverhältnismäßig an.
  • 63% aller Befragten waren der Meinung, dass aufgekommene Fehlermeldungen im System keine verständlichen Rückschlüsse zur Fehlerbehebung boten. Damit einhergehend gaben 58% der Teilnehmer an, dass eine deutsche Version des Zugangsportals dringend von Nöten sei.
  • Fast ein Drittel der befragten Importeure (31%) gab an, dass sie an der Fertigstellung bzw. dem Senden des Berichts gänzlich scheiterten.
  • Lediglich 3% der Umfrageteilnehmer glauben, dass ihre ausländischen Lieferanten künftig imstande sein werden, die erforderlichen Emissionsdaten bei Importwaren vollumfänglich bereitzustellen. Hierfür muss ab Juli 2024 ein von der EU festgelegtes Berechnungsschema angewandt werden, welches die bislang zur Verfügung gestellten Standardwerte ersetzen wird.

Die zweijährige Übergangsphase der CBAM-Verordnung, in der keine finanziellen Verpflichtungen entstehen, endet im Oktober 2025. Weitere Zahlen und Details über die umfassende Umfrage finden Sie im Artikel der IHK Region Stuttgart.

 

Quelle: IHK Region Stuttgart